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Zum Schnellmenü zurückEisenkappel-Vellach als Vorzeigeprojekt
Bad Eisenkappel, Kärnten ist weltweit die erste Gemeinde, in der erfolgreich ein Energiemanagementsystem nach dem neuen Standard ISO 50001 eingeführt wurde.
Klimawandel, zunehmender Energieverbrauch in Gemeindegebäuden und –anlagen bei steigenden Energiepreisen, Abhängigkeit von fossilen Energieimporten, zugleich große ungenutzte regionale Energieressourcen. Das sind die Zeichen der aktuellen Energie- und Umweltkrise.
Foto v.l.n.r.: Energieteam mit Minister Nikolaus Berlakovich, LRin Beate Prettner, AL Ferdinand Bevc, LHStv. Peter Kaiser, GF Gerhard Moritz, Dir. Heinrich Necemer, BAL Josef Pasterk, KR DI Stefan Domej, Mag. Rainer Stifter, Bürgermeister Franz Josef Smrtnik
Eigener Lösungsweg
Bad Eisenkappel, die südlichste Gemeinde Österreichs, mit 2400 Einwohnern hat ihren eigenen Lösungsweg beschritten und weltweit erstmals einen neuen internationalen Standard zur kontinuierlichen Verbesserung der Energieeffizienz eingeführt. Für Bürgermeister Franz Josef Smrtnik stand dabei im Vordergrund, dass „durch laufende Einsparungen bei den Energiekosten das Gemeindebudget zugunsten anderer wichtiger Bereiche entlastet wird und die Nutzung regionaler Energieressourcen die Wertschöpfung in der Region hält.“ Damit die Bemühungen umfassend und dauerhaft sind, „haben wir nach einer Systematik gesucht, mit der die Energieprobleme langfristig und strukturiert bewältigt werden,“ so der Energiebeauftragte der Gemeinde, Ferdinand Bevc: „und nicht durch kleine Hindernisse aufgehalten werden.“
In dieser Diskussion wurde Bevc durch energie:bewusst Kärnten auf das in der Industrie bewährte Konzept des „Energiemanagementsystems“ und auf den Energieexperten Rainer Stifter – welcher sich in der Implementierung derartiger Systeme einen Namen gemacht hat – aufmerksam gemacht. Im November 2010 wurde das Einführungsprojekt gestartet. Stifter brachte das notwendige Basiswissen und Praxiserfahrung auf internationaler Ebene mit ein und begleitete das Energieteam in allen wichtigen Schritten: Am Anfang stand das Bekenntnis aller sechs politischen Gemeinderatsfraktionen zu nachhaltiger Energieversorgung und Ausstieg aus der fossilen Abhängigkeit. Aufbauend auf dem e5-Landesprogramm für energieeffiziente Gemeinden, an welchem sich Bad Eisenkappel seit 2010 beteiligt und bereits im ersten Jahr mit 3 von max. 5 e’s erreicht hat, erfolgte eine detaillierte Bestandsaufnahme aller Energieverbräuche und Schwachstellen, unter Einbindung von Gemeindebediensteten und Bevölkerung, sowie die Erarbeitung eines Programms zur schrittweisen Verbesserung. Für Initiative, Umsetzung und Kontrolle sorgt das „Energieteam“ mit Verantwortlichen aller energierelevanten Bereiche. Bereits nach den ersten Monaten wurde eine Vielzahl von Verbesserungsmaßnahmen umgesetzt. Zum erfolgreichen Abschluss wurde Eisenkappel im Juli 2011 – als weltweit erste Gemeinde – vom „Technischen Überwachungsverein“ (TÜV) das ISO 50001 Zertifikat verliehen. Die Zertifikatsurkunde wurde vom Umweltminister Niki Berlakovich sowie der Energiereferentin des Landes Kärnten Frau LRin Beate Prettner am 16. August 2011 der Gemeinde übergeben.
„In Bad Eisenkappel ist es gelungen, das seit Jahren in Großbetrieben bewährte Konzept von Managementsystemen – hier erstmals mit dem Schwerpunkt Energie – erfolgreich auf eine ländliche Gemeinde zu übertragen“, so Stifter: „Bad Eisenkappel ist ein echtes Vorzeigeprojekt geworden.“ Dabei spielte das hohe Engagement der Gemeindebediensteten, des Schuldirektors und der bereits sensibilisierten Bevölkerung eine wichtige Rolle.
Einsparungen im Energieverbrauch und bei Energiekosten
Die Ergebnisse geben dem Bürgermeister recht. Allein der elektrische Energie¬ver¬brauch konnte im ersten Jahr um fast 25% gesenkt werden: Ein guter Teil wurde durch Verbesserungen bei der Kläranlage erzielt, bei welcher der jährliche Energieverbrauch um 86.000 kWh – das entspricht mehr als 40 % der 16.000 EURO – verringert werden konnte. Amortisationszeit etwa 10 Jahre. Auch die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Lampen, kombiniert mit Bewegungsmeldern und Photovoltaik-Modulen, wird 45.000 kWh oder ca. 50 % jährlich einsparen. Die Investitionskosten sollen schon in 4 Jahren hereingespielt sein. Weitere Verbesserungen sind LED-Leuchten in Gemeindegebäuden, Kindergarten und Schule, der Einbau von Perlatoren (Durchflussbegrenzern) in den Wasserhähnen, die Optimierung der Lüftungsanlage in der Volksschule und der Warmwasserversorgung.
Weitere Potenziale zeigte die Untersuchung aller Gemeindegebäude mittels Thermokamera auf. Hier werden Verbesserungen schrittweise über die nächsten Jahre realisiert werden. Darüber hinaus bieten sich die Dachflächen der öffentlichen Gebäude für die Nutzung der Solarenergie an.
Lebensqualität und regionale Energieversorgung
Das Projekt zeigte, was motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erreichen können, in welcher kurzen Zeit zahlreiche Projekte umgesetzt wurden und welche Einsparungen möglich sind. „Noch wichtiger aber“, so Bürgermeister Smrtnik: „ist das Lebensgefühl, das wir mit gemeinsamen Maßnahmen und mit einer sauberen Energieversorgung erreichen können.“ Der eingeschlagene Weg soll weiter beschritten werden. Mithilfe eines Pelletswerks und der Nutzung der Wasserkraft im Kleinen sollte es möglich sein, die örtlichen Gebäude energieautark zu machen. Weitere Punkte sind: umweltfreundliche Mobilität, Ausbau der Photovoltaik usw. Eine Stromtankstelle die von einer PV-Anlage mit elektrischer Energie versorgt wird, wurde kürzlich eröffnet.
So funktioniert das Energiemanagement
Der Energiemanagementstandard ISO50001 bietet für eine langfristig nachhaltige Ausrichtung der Gemeinde ein optimales Rüstzeug. Nach der Formulierung der „Energiepolitik“ müssen motivierte und verantwortliche Personen für das „Energieteam“ ausgewählt werden, die für umfangreiche Erhebungen aber auch Umsetzungsmaßnahmen und die laufende Kontrolle sorgen. Die Koordination des Teams übernimmt der/die „Energiebeauftragte“. Die eigentliche Arbeit beginnt mit einer umfassenden Bestandsaufnahme: die Erhebung und Darstellung der Energieverbräuche, -kosten und -verbraucher. Bei bestimmten Energieverbrauchern werden genauere Messungen notwendig und Messstellen zur permanenten Überwachung installiert. Bereits in der ersten Erhebungsphase zeigen sich Schwachstellen und Prioritäten. Kleinere Projekte können sofort umgesetzt werden, größere Projekte mit Investitionsbedarf müssen genauer geplant und über größere Zeiträume schrittweise realisiert werden. Dazu gehört auch, dass alle Anlagen und Geräte periodisch gewartet werden. Parallel zur Bestandsaufnahme werden Verbesserungsvorschläge gesammelt und für die Umsetzung bewertet. Schließlich wird – Jahr für Jahr auf Neue – ein Energieprogramm mit Zielen, Maßnahmenbeschreibung, Kosten und Verantwortlichkeiten festgelegt.
Wichtig beim Managementsystem ist auch die klare Regelung von Planungs- und Kontrollschritten und eine nachvollziehbare Organisation aller Aufzeichnungen, um Ergebnisse bewerten zu können und alle Mitarbeiter am neuesten Informationsstand zu halten. Die Mitarbeiter werden geschult und trainiert.
Der Maßnahmenzyklus wird jährlich neu durchlaufen und führt so zu einer ständigen Verbesserung.
Kontakt Gemeinde:
Ferdinand Bevc (ferdinand.bevc@ktn.gde.at) +43 4238 8311-20
Kontakt Energiemanagementsystem:
Rainer Stifter (rainer.stifter@energon.eu) +43 676 5816038
Kontakt e5-Landesprogramm für energieeffiziente Gemeinden:
Jan Lüke, energie:bewusst Kärnten (jan.lueke@ktn.gv.at) +43 463 536 30886
Das ISO 50001 Zertifikat:
Energiepolitik - mit allen Fraktionen im Gemeinderat beschlossen:
Unser energiereiches Team sowie der gesamte Gemeinderat nach der Unterzeichnung
Zur Homepage der Firma Energon/Mag. Rainer Stifter...



